Eure Untätigkeit kotzt uns an.

Schon seit längerer Zeit beschäftigen wir uns mit rechtsextremen Umtrieben an der TU und der noch immer mangelhaften Aufarbeitung der Vergangenheit unserer Universität im Nationalsozialismus.

In unserem offenen Brief vom 13. April 2016 (https://tuwien.gras.at/offener-brief-an-rektorin-gut-und-htu-vorsitzteam/), in dem wir über den nun auch immer öfter an der TU stattfindenden Burschibummel geschrieben haben, forderten wir das Rektorat, die GUT und die HTU auf, sich öffentlichkeitswirksam gegen die rechtsextremen Burschenschafter zu positionieren.

Schon im Juni 2016 wir über das Treffen der Burschenschafter an der TU geschrieben (https://tuwien.gras.at/burschibummel-22-6-16/), welches damals dazu geführt hat, dass einer Studierenden ein Hausverbot von 24 Stunden während der Prüfungszeit erteilt wurde – weil sie sich lautstark und gewaltfrei gegen die Rechtsextremen positioniert hat.

Schlussendlich haben wir in einem Artikel (https://tuwien.gras.at/braune-flecken/) im September 2016, angeregt und unterstützt durch eine Sendung auf Ö1, eine kurze Übersicht über die TU, ihr Sein im und ihren Umgang mit dem Nationalsozialismus seit 1945 gegeben.

Unser Fazit der vergangenen 2 Jahre ist, dass die Aufarbeitung der Vergangenheit und ein Widerstand gegen den momentanen Rechtsruck scheinbar keine Priorität sind. Wenige einzelne Akteur_innen setzen sich kritisch mit der Materie auseinander, ihre Ergebnisse und ihr Widerstand erhalten jedoch wenig bis keine Unterstützung vom Rektorat, der HTU oder der GUT.

Mangels jeglicher Bemühungen von Seiten des Rektorats und der GUT gegen den Bummel rassistischer, sexistischer, antisemitischer und lgbtq-feindlicher Mitglieder des Korporationsrings aktiv zu werden, müssen wir nun zu dem Schluss kommen, dass sich antifaschistisch engagierte Studierende an der TU nicht nur nicht mehr sicher fühlen können, sondern auch von der TU völlig im Stich gelassen werden.

Am Mittwoch, dem 15.März 2017 fand erneut der Burschibummel an der TU statt. Einige Aktivist_innen versuchten zumindest die vorbei gehenden Student_innen über das Treffen rechtsextremer Studenten vor der antifaschistischen Architektur Fachschaft zu informieren.

Studierende reagierten absolut geschockt und überrascht: „Wieso dürfen die das? Was machen die an unserer Uni? Solche Gruppen gibt es hier tatsächlich?“ waren einige von vielen Fragen, die gestellt wurden.

An diesem Tag war beim Burschibummel zum Beispiel auch ein Mitglied der Identitären Bewegung (http://recherchewien.nordost.mobi/2014/12/tuerchen-nr-1-alexander-schleyer/) dabei, der auf sozialen Medien regelmäßig menschenverachtende Kommentare tätigt: „Ich schreibe über antirassistische Bildungsarbeit und hab‘ mich selten so verbiegen müssen. Dieser Scheiß von Gleichheit geht mir dermaßen auf den Sack,[…]“ und vor schlägt Zäune, über die verzweifelte Flüchtende klettern, unter Strom zu setzen.

Die TU ist kein sicherer Ort für Studierende, die nicht in das Weltbild von rechtsextremen Burschenschaftern passen, solange sich das Rektorat, die GUT und die HTU nicht öffentlich sichtbar gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und LGBTQIA-Feindlichkeit aussprechen und aktiv werden. Wenn Hausverbote in der Prüfungszeit riskiert werden müssen, um Widerstand gegen Burschenschafter zu leisten und Mitarbeiter_innen der TU argumentieren, dass Rechtsextreme durch die Meinungsfreiheit geschützt wären, ist es schon 5 nach zwölf. Menschenverachtende Ideologien wie die von Rechtsextremen sind keine Meinungen, sie sind eine Gefahr für unsere Demokratie, eine Bedrohung der Menschenrechte.

Wir fordern hiermit erneut das Rektorat, die GUT und die HTU dazu auf, antifaschistisch Position zu beziehen.
Um es mit den Worten von Desmond Mpilo Tutu zu sagen:

“If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor.”

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