Semesterstart: Offenes Plenum & Filmabend

Wir starten ins Sommersemester 2017: am 2.3. laden wir dich zu einem offenen Plenum in der Lindengasse, und am 16.3. zu einem Filmabend ins Freihaus ein.
photo5843768160212330761 Offenes Plenum: Wenn du dir schon immer anschauen wolltest, wer wir eigentlich sind; wenn du wissen wolltest, wie du dich einbringen kannst; wenn du Vorschläge hast, die wir umsetzen können: komm vorbei!

In altbekannter Manier gibt es bei unseren Plena Snacks & Getränke. Die Räume sind leider nicht barrierereduziert (das Haustor ist selbstöffnend/-schließend; der Plenumsraum ist im ersten Stock ohne Lift). Wir treffen uns am 2.3. ab 18 Uhr in der Lindengasse 40 (auf openstreetmap.org).

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photo5843768160212330506 „Jedes Jahr Nie Wieder“: Diese Dokumentation über die Proteste gegen den Wiener WKR- bzw. Akademikerball zeigen wir in Kooperation mit der Grünen Bildungswerkstatt Wien.

Im Film „Jedes Jahr Nie Wieder“ beschäftigen sich Paul Buchinger und David Pichler mit der aktuell wohl umstrittensten Veranstaltung Österreichs, dem von der FPÖ organisierten Wiener Akademikerball. Die Macher porträtieren die Schlüsselfiguren dieser Nacht und fragen überdies in der Öffentlichkeit stehende Personen aus Politik, Kultur und Wissenschaft nach deren persönlicher Wahrnehmung zum Ball.

Der Filmabend findet am 9.3. ab 18.30 Uhr im Hörsaal 3 im Freihaus (Eintrag auf wegweiser.ac.at) statt.

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UV-Sitzung am 10.1.2017

photo292401090500078160Die nächste Sitzung der UV an der TU Wien findet am 10.1.2017 ab 13 Uhr im Kontaktraum im neuen EI (6. Stock) statt.

Ursprünglich war der Festsaal im Hauptgebäude für die Sitzung reserviert, wegen Bauarbeiten muss aber ausgewichen werden. Auf der Tagesordnung stehen diesmal die Wahl des Referenten für das Referat für Organisation, Kultur und Sport (OrKS), der Beschluss des Jahresabschlusses für das Jahr 2015/2016 und der Beschluss einer Garantie (Patronatserklärung) für das Grafische Zentrum.

Wir freuen uns, dass unser Feedback aus vorangegangenen Sitzungen umgesetzt wurde: der Einladung zur Sitzung liegen tatsächlich Informationen zur Patronatserklärung bei – GRAS wirkt!

Wir werden wie immer auf twitter live Bericht erstatten.

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Punsch mit GRAS – 14.12. ab 11 Uhr

Zum Jahresabschluss laden wir euch ein, auf einen Punsch bei uns vorbei zu kommen. Neben Punsch (mit und ohne Alkohol) gibt es Kekse, Goodies, und natürlich die Möglichkeit, mit uns zu plaudern und uns kennen zu lernen.

Zum Facebook-Event bitte [hier] entlang.

Wir freuen uns auf dich und wünschen dir schöne Feier- beziehungsweise Ferientage*!

punsch

*nicht zutreffendes bitte streichen.

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Braune Flecken.

29206387910_c378a52218_mDie GRAS TU hat im letzten Jahr immer wieder auf die nur punktuelle oder gar inexistente Aufarbeitung der Vergangenheit der Technischen Universität Wien aufmerksam gemacht – manchmal mit Erfolg, manchmal ohne. In einem Beitrag aus der Reihe Dimensionen. Welt der Wissenschaft ging nun auch Ö1-Journalistin Tanja Malle der Frage nach, was getan wurde, wird und noch zu tun ist. Ihr Fazit: “Was bisher geschah, ist vor allem dem Engagement einzelner zu verdanken. Eine systematische, umfassende Aufarbeitung gibt es bisher nicht” – daran ändert auch die Kontextualisierung der Lueger-Tafel an der Fassade des TU Hauptgebäudes wenig – ist diese doch eher im Ton “es war nicht alles schlecht” gehalten.

An dieser Stelle sollen ein paar Informationen zusammengetragen werden, um aufzuzeigen, wie dringend notwendig eine systematische Erforschung der braunen Vergangenheit der TU ist. Was die GRAS TU in diesem Zusammenhang fordert, könnt ihr der untenstehenden Linksammlung entnehmen.

Antisemitismus und Deutschtum

Die Technische Hochschule, wie die TU Wien damals noch hieß, war die erste Hochschule Österreichs, die einen antisemitischen Numerus Clausus einführte: Bereits 1923 wurde die Zahl jüdischer Hörer_innen beschränkt, und schon nach 1919 wurde kein konfessionell jüdischer Professor mehr berufen. Seit jeher galt – und damit rühmte sich das Rektorat zum damaligen Zeitpunkt – die Technische Hochschule Wien als “Hort deutschnationaler Gesinnung”. Dies bedeutete, dass selbst zugelassene jüdische Studenten und auch solche slawischer Herkunft von schlagenden Burschenschaftern mit Gewalt am Besuch von Lehrveranstaltungen gehindert wurden: Sie wurden vor der Hochschule schlicht und einfach verprügelt.

Die Rolle der TH im Krieg

Während des Krieges war die Technische Hochschule Wien als “kriegswichtig” eingestuft, sie erhielt also vermehrt staatliche und militärische Forschungsgelder. Spannend ist, dass im Verzeichnis der Diplomarbeiten und Dissertationen zahlreiche Einträge als “geheim” gekennzeichnet sind. Drei davon sogar mit der Geheimstufe SS, also mit einer der höchsten Geheimhaltungskategorien. Diese Arbeiten sind zum großen Teil nicht archiviert worden – es ist bis heute nicht bekannt, was sie enthielten. Zusätzlich arbeiteten viele Professoren der Technischen Hochschule als Gutachter und Berater in der Kriegsindustrie für die Nazis.

Rechte Recken im Rektorat

Doch auch in Bereichen, in denen der Hintergrund der Personen bekannt ist, unternimmt die TU Wien nichts, um ihre braunen Flecken zu bearbeiten: Im Vorzimmer des Rektorats gibt es beispielsweise die Rektor_innengalerie. Es handelt sich dabei um eine Porträtsammlung, die die Geschichte der Rektoren (bisher gab es erst eine Rektorin, welche aktuell auch noch im Amt ist) visualisiert. Völlig unkontextualisiert finden sich auch die Porträts aus der Zeit des Nationalsozialismus dort: Fritz Haas und Heinrich Sequenz. Mit den Porträts beauftragt wurden noch bis weit in die 50er Jahre hinein Künstler, die Mitglieder der NSDAP sowie der Reichskunstkammer waren.

Opfergedenken

1965 entstand an der Technischen Hochschule ein Ehrenbuch der Opfer und Gefallenen des Zweiten Weltkriegs. Unter der Rubrik “Opfer des Widerstandes” wurde zu diesem Zeitpunkt nur ein Name angeführt, ein zweiter wurde später ergänzt (Nein, die Technische Hochschule hatte keine Widerstandszelle, wie dies etwa an der Universität Wien oder gar an der Universität für Bodenkultur der Fall war.).

Die Opfer der Shoa sucht eins in diesem Buch vergeblich. Auch die Liste der Ehrendoktorate ist bis heute keine ruhmreiche: Auch wenn die TU einen “kritischen und reflektierten Umgang mit ihrer eigenen Vergangenheit” (Zitat Kontextualisierungstafel am Hauptgebäude) vorgibt, fehlt bisher jede Auseinandersetzung mit Ehrendoktoraten. Die GRAS TU hat in einer der vergangenen Sitzungen der Universitätsvertretung angeregt, die Ehrendoktorate genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine Liste, die zumindest die offensichtlichsten Verwicklungen in nationalsozialistische Strukturen und Tätigkeiten aufzeigt, haben wir unserem Antrag vom 21. Januar 2016 beigelegt. Eine Aberkennung gab es an der TU Wien bisher erst ein Mal: Die Nationalsozialisten erkannten einem jüdischen Professor seine Ehrendoktorwürde ab. Seit etwa einem halben Jahr heißt es nun von Seiten der TU und auch der Hochschüler_innenschaft an der TU Wien, dass ein Projekt in Planung sei und die Auseinandersetzung damit anstehe. Im November 2016 soll außerdem endlich ein Gesamtverzeichnis der Opfer und Geschädigten des Nationalsozialismus an der damals Technischen Hochschule veröffentlicht werden.

Fazit

Wir sind skeptisch. Die Erfahrung der letzten Jahre, der Umgang der Fachschaftsliste der TU Wien mit dem Thema und auch mit dem immer wieder an der TU stattfindenden Bummel der rechtsextremen, deutschnationalen, schlagenden Burschenschaften legen nahe, dass die Ambitionen nicht allzu hoch gesetzt sind. Wir hoffen aber dennoch, dass sich – auch als Reaktion auf die unermüdliche Arbeit der Archivmitarbeiter_innen Paulus Ebner und seiner Vorgängerin Juliane Mikoletzky – aus der Selbstbeweihräucherung der 200-Jahr-Jubiläumsfeierlichkeiten eine selbstkritische, systematische und partizipative Untersuchung und Aufarbeitung entwickelt.

 

Links:

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Burschibummel 22.6.16

Etwa 10 junge Männer in Anzügen mit Burschenschafter-Käppis. Einer trägt eine Lederhose und Wollstutzen. Unter seinem Käppi ist ein Kopfverband erkennbar.

Das wöchentliche Treffen deutschnationaler Burschenschafter des Wiener Korporationsrings (WKR) fand bis vor ungefähr einem dreiviertel Jahr meist auf der Rampe der Uni Wien statt. Schon dort stößt diese Versammlung Ewiggestriger regelmäßig auf heftigen Widerstand durch antifaschistische Aktivist_innen. Daher weicht der Burschibummel seit circa 2 Semestern regelmäßig auf die TU und die WU aus. Doch auch dort bleibt ein herzliches Willkommen zu Recht aus.

So auch am Mittwoch, 22. Juni 2016, als die Burschenschafter in Couleur das TU-Hauptgebäude betraten. Vor der offen antifaschistisch engagierten Fachschaft Architektur wollten sie ihr übliches Treffen abhalten, nach bereits bekanntem Muster. Meist besteht dieses aus Belästigung und Einschüchterungsversuchen gegen Studierende und sexistischen Kommentaren gegenüber Student_innen. Doch antifaschistische Studierende reagierten schnell und alarmierten die GUT (Gebäude und Technik) um die rechten Studenten aus den Innenhöfen des TU-Hauptgebäudes entfernen zu lassen.

Immerhin verwies der Chef der GUT, Gerald Hodecek, die Burschenschafter nach einem vergleichsweise langem Gespräch mit Hilfe der Polizei des Geländes – doch einer der antifaschistisch engagierten Studierenden wurde wegen “politischen Äußerungen” von einer Mitarbeiterin der GUT für die Dauer von 24h mündlich ein Hausverbot erteilt.

Dies ist nicht nur rechtlich nicht haltbar sondern insgesamt völlig inakzeptabel! Die Universität ist kein vom gesellschaftlichen und politischen Diskurs entkoppelter Raum. Ein Hausverbot für lauten, gewaltfreien Protest gegen rechtsextreme, sexistische und rassistische Burschenschafter ist ein Maulkorb – und für uns ein erschreckendes Zeichen, was die Einstellung der Universität angeht.

Wenn du dich den antifaschistischen Protesten an der TU Wien oder Uni Wien anschließen möchtest, kannst du dich zum Beispiel beim Referat für antifaschistische Gesellschaftskritik (Website, Facebook) an der Uni Wien melden.

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